Geschichte
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letzte Aktualisierung: 22.04.2017    

 Leckereien und Köstlichkeiten aus dem historischen Holzbackofen- Siehe Aktuelles

 

Film- "Unser Korn- Ein Stück Heimat"

 

 

Die Geschichte der Backhäuser begann im mitteleuropäischen Raum vor etwa 400 Jahren. Fast jeder Hof hatte seinen eigenen Backofen im Haus integriert. Das führte häufig zu Hausbränden, gefährdete nicht selten die ganze Gemeinde, wie uns de Brandkatastrophen aus Türkheim oder aus Tamm bei Ludwigsburg belegen. 

Diese Brände führten letztlich zum Bau gemeindeeigener Backhäuser. Mitunter gegen den Willen der Bürger. Denn freiwillig räumten unsere Ururgrossmütter nicht ihre altvertrauten Backstellen. So erließ z.B. die Württembergische Feuerschutzbehörde 1808 folgenden Generalverordnung : „Da die vielen Backöfen in den Häusern ebenso überflüssig als gefährlich sind, wollen innerhalb Jahresfrist in allen Orten, keine Kommun- Backöfen oder deren nicht genug sind, dergleichen jedoch entfernt von öffentlichen Wegen, Chausseen , etcetera erbaut werden.“ Kluge Schultheißen hatten aber schon längst vor diesen Verordnungen Gemeindebackhäuser erstellt. So lässt sich aus einem Rechnungsbeleg von 1628 in Seißen ein „gemeiner Backofen“ nachweisen. 


Trotz genauer Bauvorschriften bezüglich der Erstellung am Ortsrand, findet man Backhäuser meistens in der Ortsmitte in Kirchennähe. Die Kirchenuhr half die Backzeiten einzuhalten. Häufig wurden in den Backhäusern zwei Backöfen eingebaut. Mit zwei Zügen konnten die Öfen sogar die Hitze regulieren. Wer hier backte sollte, benötigte jedoch viel Erfahrung und Augenmaß, denn technische Hilfsmittel wie Thermostate standen nicht zur Verfügung. 

Deshalb hatte jedes Backhaus einen Bäckerrufer oder eine Backmeisterin, die bei der jeweiligen Gemeinde angestellt waren. Es gab aber auch Gemeindebäcker; so überliefert aus der Gemeinde Ettlenschieß von 1878 . 


Der Tätigkeitsbereich des Bäckerrufers und der Backmeisterin variiert von Gemeinde zu Gemeinde. 

In manchen Backhäusern waren sie zuständig für das Anfeuern der Öfen, manchmal auch für das Besorgen der Reisigbünde für das Einschießen und Rausnehmen der Brote und Kuchen. Die Frauen, gerade Backtag hatten, reinigen den Ofen, das Backhaus und die Gerätschaften. Die Bäckerrufer überwachten in den meisten Backhäusern mehr oder weniger den Ablauf des Backens und nahmen das wichtige Auslosen der Backzeiten vor. 

An welchen Tagen welche Familie backen durfte, hing im Backhaus aus. Beim Zwölfeläuten tags zuvor wurde mit Kugeln oder Hölzchen mit Ziffern die Backreihenfolge ausgelost. Die gezogene Reihenfolge entschied, ob man als Erste backen musste und einen kalten Ofen vorfand oder ob man die Ofenwärme des Vorbäcker nutzen konnte. Unbeliebt war auch die letzte Nummer des Tages, denn dieser 
Bäcker musste auch den Ofen und das Backhaus reinigen. Waren zu viele Backinteressierte da, wurden einfach Nieten unter gemischt. Wer ei ne Niete zog, „denne bleibt´s Maul sauber“, hieß es dann oft schadenfroh. Mit der Entwicklung des Handwerks übernahmen Bäcker das Backhaus der Gemeinde.